IG Metall spricht über Mitgliedertrend, Beschäftigungslage und Tarifrunde
Villingen-Schwenningen, 10. Februar 2026
Beim jährlichen Pressefrühstück der IG Metall Villingen-Schwenningen informierte die
Geschäftsführung am Dienstag über die aktuelle Mitgliederentwicklung, die
wirtschaftliche Situation in den regionalen Betrieben und den zeitlichen Verlauf der
Tarifrunde 2026.
Der Erste Bevollmächtigte Thomas Bleile berichtete zunächst über rückläufige
Mitgliederzahlen – ein Trend, der sich bundesweit zeigt und auch vor der Region nicht
Halt macht. Ein weiterer spürbarer Effekt war eine interne Aktion des vergangenen
Jahres: „Wir haben 2025 alle arbeitslosen Mitglieder angeschrieben, um ihren Status
zu aktualisieren. Viele hatten bereits wieder Arbeit gefunden und vergessen uns das
mitzuteilen“, erklärte Bleile. Der größere Teil der Rückmeldungen hat leider dazu
geführt, dass die arbeitslosen Mitglieder ihre Mitgliedschaft gekündigt haben.
Im Anschluss ging Bleile auf die wirtschaftliche Lage der Unternehmen ein. Die
Situation sei stark gemischt: Während einige Betriebe von stabilen Aufträgen
profitierten, sei in anderen weiterhin Kurzarbeit notwendig. Branchentypische Muster
ließen sich nicht erkennen. Ralf Kleiser, Zweiter Bevollmächtigter und
Betriebsratsvorsitzender bei Walor, schilderte ein Beispiel: „Wir mussten in den
vergangenen Monaten einige Stellen abbauen. Die Betroffenen wurden durch eine
Transfergesellschaft begleitet und konnten in andere Betriebe wechseln. Jetzt stehen
wir vor der Herausforderung, die anstehenden Aufträge mit einer kleineren Belegschaft
zu bewältigen.“
Mit Blick auf die Tarifbewegung 2026 stellte Bleile anschließend das jüngst erzielte
Ergebnis der Holzverarbeitenden Industrie vor. Die Beschäftigten erhalten demnach eine Einmalzahlung von 300 Euro sowie eine Entgelterhöhung von zwei Prozent im Juni
2026 und weiteren 2,2 Prozent im Juli 2027. Die Laufzeit beträgt 27 Monate. Ein
Indikator für die anstehende Metall- und Elektroindustrie sei dieses Ergebnis jedoch
nicht. „Wir haben in diesem Jahr einen anderen zeitlichen Ablauf. Wir warten den
Sommer ab, bevor wir eine konkrete Forderung formulieren. Die wirtschaftliche Lage
kann sich gerade in dieser Zeit stark verändern“, so Bleile.
Zum Abschluss gaben Angela Pfliegl und Uwe Acker aus dem Team der
Gewerkschaftssekretäre einen Ausblick auf die bevorstehenden betrieblichen Wahlen.
Von März bis Mai finden die Betriebsratswahlen statt. Im Herbst folgen die Wahlen der
Jugend- und Auszubildendenvertretungen sowie der Schwerbehindertenvertretungen.