Meldung vom 06.07.2026 „Mauer des Schweigens“ auf dem Hockenplatz:

Gemeinsam ein Zeichen gegen Diskriminierung und sexuelle Belästigung gesetzt

Angela Pfliegl an Mikrofon.

20. Juli 2026 20. Juli 2026


„Mauer des Schweigens“ auf dem Hockenplatz: Gemeinsam ein Zeichen gegen Diskriminierung und sexuelle Belästigung
gesetzt

 

Villingen-Schwenningen – Am vergangenen Samstag hatten der DGB Südbaden und die
IG Metall Villingen-Schwenningen zur Aktion „Mauer des Schweigens“ in der
Schwenninger Innenstadt eingeladen, um auf die weiterhin bestehende
Ungleichbehandlung von Frauen und auf sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
aufmerksam zu machen.

Im Mittelpunkt der Aktion stand eine symbolische Mauer, die für die Erfahrungen und
Erlebnisse von Frauen steht, über die oft aus Scham, Angst oder fehlender Unterstützung
geschwiegen wird. Im Verlauf der Veranstaltung wurde die „Mauer des Schweigens“
eingerissen – als sichtbares Zeichen dafür, Diskriminierung und Belästigung nicht länger
hinzunehmen und Betroffene zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben.

Neben dem DGB Südbaden und der IG Metall Villingen-Schwenningen war der Verein
„Frauen helfen Frauen“ mit Informationsmaterial vor Ort vertreten und informierte über
seine Unterstützungsangebote.

Hintergrund der Aktion ist das 20-jährige Bestehen des Allgemeinen
Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Das Gesetz soll Menschen vor Diskriminierung
schützen und Benachteiligungen verhindern. Dennoch zeigen die Erfahrungen vieler
Frauen, dass Gleichberechtigung auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Anja Zeitz vom DGB Südbaden betonte: „Die Ungleichbehandlung und Diskriminierung
von Frauen ist branchenübergreifend erkennbar. Wir vom DGB Südbaden fordern eine
Stärkung und Ausweitung des AGG.“

Angela Pfliegl, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Villingen-Schwenningen, ergänzte:
„Das kann die IG Metall nur unterstreichen. Diesbezüglich fand vom 16. bis 17. Juni eine Fachtagung zum 20-jährigen Bestehen des AGG in Rüsselsheim statt. Neben einem
informellen Austausch wurde auch deutlich, wo die Grenzen des aktuell bestehenden
AGG sind. Verbesserungsbedarf gibt es auf jeden Fall.“

Die Veranstalter ziehen ein positives Fazit der Aktion. Die Botschaft der Aktion sei klar
angekommen: Schweigen schützt nicht – Aufklärung, Solidarität und konsequentes
Handeln sind wichtige Voraussetzungen für eine diskriminierungsfreie und respektvolle
Gesellschaft.

Veranstaltungshinweis:
Das Frauenforum Villingen-Schwenningen veranstaltet am 30. Juli einen Flashmob auf
dem Muslenplatz in Schwenningen. Thematisch geht es in die gleiche Richtung.