Zweite Verhandlung in der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg: Arbeitgeber-Angebot reicht nicht. Standort braucht Zusagen, keine Sonntagsreden
- Barbara Resch: „Die Beschäftigten brauchen Sicherheit für Einkommen und Arbeitsplätze. Mit diesem inakzeptablen Angebot sichern die Arbeitgeber weder die Kaufkraft noch die Zukunft der Standorte.“
- Warnstreiks ab 1. November 2026
Kornwestheim. Die zweite Verhandlungsrunde in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg ist heute Mittag ohne erkennbare Annäherung zu Ende gegangen. Die IG Metall Baden-Württemberg weist das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot als unzureichend zurück. Es bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück und enthält keine tragfähige Perspektive für die Zukunft der Standorte und Arbeitsplätze.
Barbara Resch, Verhandlungsführerin und Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg: „Die Arbeitgeber haben ein erstes Angebot vorgelegt. Klar ist: Die Entgelterhöhung ist zu niedrig und kommt zu spät. Für die Beschäftigten bedeutet das einen Reallohnverlust.
Vor allem fehlt ein Konzept, das Beschäftigung und Standorte in Baden-Württemberg in die Zukunft führt. So wird es schwierig, schnell zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit für ihr Einkommen und ihre Arbeitsplätze. Das gehört für uns untrennbar zusammen.“
Die Arbeitgeber müssen Verantwortung übernehmen
Die Verhandlungskommission der IG Metall Baden-Württemberg hat heute deutlich gemacht, dass Entgelt und Standortzukunft zusammengehören. Sie erwartet von den Arbeitgebern mehr als allgemeine Bekenntnisse, die zu keiner Sicherheit führen.
Barbara Resch: „Glaubt die Arbeitgeberseite noch an ‚Made in Germany‘? Denn davon haben wir in dieser Verhandlung bisher wenig gemerkt. Die Beschäftigten und die Regionen haben diese Unternehmen groß gemacht. Daraus entsteht Verantwortung. Bisher hören die Beschäftigten aber kein klares Bekenntnis zu diesem Standort, stattdessen erleben sie Abbaupläne und Verlagerungen.“
Die Arbeitgeber haben zudem eine Senkung der Krankenkosten gefordert. „Mit dieser Forderung behaupten die Arbeitgeber, die Beschäftigten seien nicht leistungsfähig. So stemmt man keine Transformation“, so Barbara Resch.
Kreative Lösungen für Beschäftigung und Standorte
Die IG Metall Baden-Württemberg ist bereit, neue Wege zu gehen, um Beschäftigung zu sichern, Standorte zu stärken und Investitionen an den Standorten zu ermöglichen.
Barbara Resch: „Wir brauchen kreative Lösungen, damit Arbeitsplätze hierbleiben. Es geht um klare Produktperspektiven, Forschung und Entwicklung hier bei uns in Deutschland. Und um gemeinsame Zielbilder für unsere Standorte und Regionen. Entscheidend ist, was für die Menschen in den Betrieben herauskommt: Wir brauchen verbindliche Zusagen, die man auch überprüfen kann. Dann hat man mit der IG Metall eine Partnerin an der Seite.“
Ein Paket für alle Betriebe
Außerdem benennt die IG Metall Baden-Württemberg, was für eine Einigung nötig ist.
Barbara Resch: „Es braucht ein Paket, das allen Betrieben gerecht wird. Wer strauchelt, braucht Unterstützung. Wer Gewinne macht, muss in Standort und Beschäftigte investieren. Die Beschäftigten brauchen in jedem Fall mindestens einen Inflationsausgleich und eine tabellenwirksame Entgelterhöhung. Verzicht ist keine Lösung und sichert weder Standorte noch Arbeitsplätze. Der Flächentarifvertrag ist der Stabilitätsanker der Branche. Wir wollen ihn weiterentwickeln und stärken.“
Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Druck in den Betrieben
Die IG Metall Baden-Württemberg wird mit Ablauf der Friedenspflicht mit Warnstreiks den Druck in den Betrieben erhöhen, damit die Arbeitgeber ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, das den Forderungen gerecht wird.
Barbara Resch: „Die Arbeitgeber müssen sich bewegen. Sonst sorgen die Beschäftigten in den Betrieben dafür.“
Die Entgelttarifverträge laufen am 31. Oktober 2026 aus, die Friedenspflicht endet am 31. Oktober 2026 um 24 Uhr. Ab dem 1. November 2026, 0:00 Uhr, sind Warnstreiks möglich.
Eine Ankündigung der Warnstreiks geht Ihnen Ende der Woche zu.